Katholische Jugenverbände fordern grundlegende Bildungsreform
Der Hauptausschuss des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese Hamburg hat am Donnerstag, den 17. Juni 2010, einen Grundsatzbeschluss zur Bildungspolitik gefasst. Anlässlich der Volksabstimmung über die Einführung der Primarschule in Hamburg haben die katholischen Jugendverbände grundsätzliche Forderungen zur Bildungspolitik erhoben, aber auch die von der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossene Reform sowie die zur Abstimmung stehenden Teilbeschlüsse bewertet.
"Individuelle Förderung für alle Kinder und Jugendlichen und eine erhebliche Ausweitung der Investitionen in Bildung: das sind aus unserer Sicht Grundvoraussetzungen für mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit," sagte der BDKJ-Diözesanvorsitzende Matthias Greve. Als konkrete Maßnahmen fordern die Jugendverbände kleinere Klassen, die Einstellung von zusätzlichen Lehrern sowie Sozialarbeitern und Psychologen.
Längeres gemeinsames Lernen wird in dem Beschluss als ein wesentlicher Schlüssel bezeichnet, um allen Kindern und Jugendlichen die Chance auf Entwicklung und Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben zu ermöglichen. Daher seien weiterführende Schulen zu fördern, die ein möglichst langes gemeinsames Lernen und ein möglichst langes Offenhalten aller Bildungsabschlüsse ermöglichen.
Vor dem Hintergrund dieser Positionen sieht der BDKJ Chancen und Grenzen der von der Bürgerschaft beschlossenen Schulreform. Positiv bewerten die Jugendverbände die Reduzierung der Klassengrößen und die Einrichtung von Stadtteilschulen. Diese sollten bevorzugt gefördert werden. Die in der Bevölkerung umstrittene Primarschule bezeichnet der BDKJ als willkürlichen Koalitionskompromiss und als logisch inkonsequent. Vielmehr sei gemeinsames Lernen bis zur 9. oder 10. Klasse erforderlich. Bei der umstrittenen Frage des Elternwahlrechts befürworten die katholischen Jugendverbände eine im Gespräch zu findende gemeinsame Entscheidung von Eltern und Lehrern.
Der BDKJ sei daher nicht willens, ein eindeutiges Votum zur Volksabstimmung abzugeben. Die katholischen Jugendverbände rufen dazu auf, alle Argumente sorgsam abzuwägen und dann vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Unabhängig vom Ausgang der Volksabstimmung sei noch ein langer Weg mit weiterem, erheblichen Reformbedarf zu gehen. Im Zentrum aller Diskussionen und Entscheidungen müssten dabei die Chancen und Interessen der Kinder und Jugendlichen stehen.
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Mindestlohn in der Briefzustellung einhalten
Die Diözesanversammlung des BDKJ Hamburg hat am vergangenen Wochenende beschlossen, Aufträge im Bereich der Briefzustellung künftig nur noch an Unternehmen zu vergeben, die sich an den gültigen Flächentarifvertrag in der Briefzustellung halten. Hintergrund sind die Lohndumping-Strategien privater Konkurrenten der Deutschen Post AG. "Viele Briefzusteller bei diesen Unternehmen erhalten einen Stundenlohn weit unterhalb des gültigen Flächentarifvertrages," so Christine Roschlaub, BDKJ-Diözesanvorsitzende. Diese Unternehmen würden nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn in der Postbranche umsetzen.
Die katholischen Jugendverbände haben sich daher verpflichtet, Unternehmen, die Lohndumping betreiben, künftig zu boykottieren. In den norddeutschen Bundesländern hält sich alleine die Deutsche Post AG an die Forderungen des BDKJ. Desweiteren fordern die katholischen Jugendverbände die Pfarrgemeinden des Bistums sowie alle kirchlichen Einrichtungen dazu auf, sich diesem Beschluss anzuschließen.


